Brunn am Gebirge

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Geschichte

Überblick über die Geschichte von Brunn am Gebirge

Prun - wo kommst du her?
Schon Jahrtausende vor Christi Geburt war das Gebiet südlich von Wien von Menschen bewohnt. Kulturgeschichtliche Belege markieren den Beginn jungsteinzeitlicher Besiedelung in Mitteleuropa. Die Funde sind mit 6000 v.Chr. datiert. Demnach ist Brunn die älteste bekannte bäuerliche Siedlung Österreichs. In Mödling und anderen Orten wurden Awarengräber gefunden. Die Awaren lebten von etwa 522 bis 790 nach Christi, was annehmen lässt, dass sie zu dieser Zeit auch Brunn besiedelten.

Gräberfunde im Jahre 1972 beim heutigen Römerweg lieferten den eindeutigen Beweis, dass Brunn zur Römerzeit besiedelt war. 1972 wurde der Grabstein des Veteranen Valerius Maternus gefunden, was den Schluss zulässt, dass in Brunn Veteranen angesiedelt waren.

 

Die starke Quelle
Das heutige Ortszentrum dürfte etwa 1000 nach Chr. entstanden sein. Es entwickelte sich das Dorf "Brun" oder "Prun". Dieser Name leitet sich vom althochdeutschen "brunno" ab, was soviel wie Quelle oder Brunnen bedeutete. Aus diesen historischen Bezeichnungen, kombiniert mit dem Verkehrszeichen für „Zentrum“, wurde das zukunftsweisende Logo BRUNO entwickelt.

Die erste urkundliche Erwähnung Brunns erfolgte im 12. Jahrhundert. Zwei Brunner Höfe wurden Probst Wernher von Klosterneuburg geschenkt. In dieser Urkunde wurde der Ort "Prunni" genannt. Der Ort besaß schon 1370 eine Schule, die damit zu den ältesten Dorfschulen Niederösterreichs gehört.

 

Gericht und Wein
Kaiser Friedrich III. stellte im Jahre 1459 Brunn den Freiheitsbrief aus. Unter anderem wurde den Brunnern damit das Banntheidingsrecht (Gerichtsbarkeit) und das Weinschankrecht (nur Brunner durften in Brunn Wein ausschenken) verliehen.

Anno 1500 war Brunn ein von einer Mauer umgebener Ort, der sich in den folgenden 300 Jahren kaum vergrößerte.

 

Gattringer und die Türken
Leopold Gattringer, nach dem heute noch die Hauptstraße benannt ist, wurde 1518 geboren und war einer der wenigen, die den Türkeneinfall von 1529 überlebten. Gattringer war ein tüchtiger Geschäftsmann. Er war mehrere Jahre Amtmann (Bürgermeister) und leistete in dieser Zeit viel für den Ausbau unseres Ortes.

In seinem Testament hinterließ er den größten Teil seines Vermögens der Gemeinde - darunter das Rathaus - und der Pfarre Brunn.

 

Kriege und Kraftproben
1529 zerstörten die Türken Brunn, töteten den Großteil der Bevölkerung oder schleppten sie in die Sklaverei.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) kam Brunn durch durchziehende und einquartierte Truppen zum Handkuss. Weil nichts mehr sicher war, wurde alles von Wert in Wien verwahrt. Damals war nicht einmal ein "Stundenriefer" (Nachtwächter) aufzutreiben. Zu all dem Unheil kam noch die "schröckliche Sucht der Pestilenz", die den Ort 1634 heimsuchte. 1652 brannte ein Großteil des Ortes ab, 1679/80 wütete wieder die Pest. Mehr als 200 Personen starben. 1683 wurde Brunn von den Türken und Tataren ein zweites Mal zerstört.

 

Sparsam oder schlau
Brunn wurde nie ausdrücklich das Marktrecht verliehen. Es wurde aber auch niemals Dorf genannt. Die Brunner, so scheint es, wollten gar kein Markt sein. In einer Marktgemeinde betrug nämlich die Haussteuer 7 Gulden, in den Dörfern nur deren 3.

1568 wurden die Vorstehungen von Städten und Marktgemeinden zum Landtag nach Wien befohlen. Die Brunner gingen zwar hin, protestierten aber gleichzeitig gegen diese Einladung. Sie wurden dann nicht mehr eingeladen. Seit 1754 wurde in Brunn eine Haussteuer von 7 Gulden verrechnet. Wurde Brunn in diesem Jahr Marktgemeinde?

 

Ziegel brachten den Aufschwung
Im 18. Jahrhundert existierten in Brunn schon einige private Ziegeleien. Dieser Industriezweig nahm im 19. Jahrhundert einen großen Aufschwung. Mehrere schöne große Teiche blieben uns übrig.

Die Industriealisierung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte mehrere Fabriken nach Brunn. Die Bevölkerung stieg von 1100 auf 3000 an. Brunn hatte damals auch eine eigene Brauerei. Zwischen den beiden Weltkriegen siedelten sich neue Industriebetriebe in Brunn an, so z. B. die Glasfabrik und die Verzinkerei der Brüder Bablik.

 

Der 2. Weltkrieg
schlug auch in Brunn tiefe Wunden. Brunn wurde "Groß-Wien" einverleibt. Bombenangriffe forderten viele Menschenleben und verursachten riesigen Schaden. Viele Brunner fielen auf den Kriegsschauplätzen, andere ließen im Kampf um die Freiheit Österreichs ihr Leben.

1954 wurde Brunn wieder eine selbständige Gemeinde. Seit damals erlebten auch unser Ort und die Menschen, die in Brunn wohnen, einen gewaltigen Aufschwung. Mit Brunn ging es wieder aufwärts.

Heute blicken wir stolz auf unsere Geschichte und auf das uns vererbte Kulturgut zurück.

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Gemeindesiegel und Wappen

  • Foto des Gemeindesiegels am Bründlerhof und das Brunner darunter das Wappen der Gemeinde

Das Steinrelief auf dem Bründlerhof zeigt die Grundformen des Siegels von Brunn am Gebirge. Dieses heraldische Hochrelief wurde 1937 von Fritz Karl Mundt verfertigt. In der Mitte steht das große Gemeindesiegel: Die Kaiserin Kunigunde (der die Pfarrkirche geweiht ist) mit Szepter und Reichsapfel vor dem Throne mit der lateinischen Inschrift „sigillum civium de Prunn“, darunter die deutsche Übersetzung „Siegel der Bürger von Brunn“. 

Rechts davon wird das kleine Gemeindesiegel gezeigt: ein Pflugmesser auf einem rot-weiß-roten Bindenschild mit den Buchstaben „GZP“ (Gemain zu Prunn). Das Pflugmesser gilt als Attribut der Hl. Kunigunde und der Bindenschild weist auf die Babenbergischen und später Habsburgischen Landesfürsten als Besitzer der Ortsobrigkeit hin. Demnach war die Siegelführung schon vor 1612 gegeben, da in diesem Jahr die Ortsobrigkeit an die Herrschaft Mödling-Liechtenstein verkauft wurde. 

Links oben ist das Siegel des Grundbuches zu sehen.

 

Das heutige Wappen der Marktgemeinde Brunn am Gebirge zeigt dem Siegel entsprechend das Pflugmesser in der Mine des rot-weiß-roten Bindenschildes.

 

(Text aus dem Buch „Brunn am Gebirge – Ein Ort im Wandel der Zeit“ von Hofrat Dr. Erich Schmutz)

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